• Fest der Totentage in Mexiko

    Die „Totentage – Dia de los muertos“ in Mexiko fallen zeitlich mit dem im deutschen Sprachraum bekannen Allerheiligen zusammen. Jedoch wird dieses Fest, an dem die Toten geehrt werden, etwas anders gefeiert als in Mitteleuropa. Eine Zeit voller Traditionen, Bräuche und Kult die als sehr bunt, lebendig und teilweise laut erlebt wird. Auf skurile Weise gehen die Mexikaner mit dem Tod um, feiern ihn, betrauern, empfangen die Seelen der Verstorbenen in diesen Tagen und essen mit ihnen gemeinsam einen Festschmaus auf den Friedhöfen. Der Tod ist in Mexiko viel präsenter im Alltagsleben. Im Angesicht des Todes, gewinnt auch das Leben selbst wieder eine andere Bedeutung. Wer sich des Todes bewusst ist, lebt das hier und jetzt, also ob es der letzte Tag im Leben wäre. Das führt zu einer gesteigerten Präsenz und Lebendigkeit.

    Das Fest der “Totentage – Día de los muertos“ in der Stadt Oaxaca in Mexiko ist eine populäre Zeremonie die den Spirit der Vorfahren aufruft, um diese einzuladen, am irdischen Leben teilzunehmen. Dabei versucht man diese gut zu bewirten, zu beschenken und möglichst wohlwollend zu behandeln. Ihr Besuch bei den Lebenden folgt einer Erlaubnis, die vom Jenseits erhalten wurde, damit die Seele der Verstorbenen ihre Verwandten besuchen können. Die Toten kommen in ihr Heim zurück weil sie von ihren alten Besitztümern und/oder von der Liebe ihrer Hinterbliebenen angezogen werden.

    Das Fest der Totentage ist ein Synkretismus des Totenkultes den die indigene Urbevölkerung bereits vor der Evangelisierung ausübte und der Verehrung der Vorfahren durch die Kirche. Heutzutage fängt das Fest der Totentage bereits Mitte Oktober mit der Beschaffung der Produkte, die man als Geschenke und Opfergaben für die Toten auf den Altar legt, an. Schon frühmorgens werden die Marktstände aufgebaut und zeichnen sich durch bunte Farben und typische Gerüche aus.

    Unter den charakteristischen Produkten befinden sich: Schwarze Mole, typische Süssigkeiten aus Oaxca, Kakao, das Totenbrot, Copal, Totenköpfe aus Zucker, etc. All das und die Früchte der Saison werden dazu verwendet, die Altare der Toten zu schmücken um all die Opfergaben die zur ihrer Ehre gebracht werden zu einzubetten.

    Ein wesentlicher Teil der Vorbereitungen für dieses Feste besteht im Aufbau der Totenaltäre – „Altares de muertos“, eine Opfergabe die gemacht wird um die Verstorbenen der Familie zu ehren. Denn laut Volksglauben kommen diese in diesen Tagen zurück in ihre Bleiben um ihre Familien zu besuchen. Die Totenaltäre werden in Häusern und auf Friedhöfen aufgebaut und können sehr unterschiedlich aussehen, je nachdem in welcher Region sie sich befinden. Bei der Aufbereitung des Altars wird all das erinnert und besorgt und aufbereitet das der Tote zu Lebzeiten gerne hatte. Er wird am 31 Oktober morgens aufgebaut.

    Am ersten November ist der Tag an dem den „Toten etwas gebracht wird“. Dieser Brauch besteht darin, allen Verwandten und Nachbarn der Familie eines Verstorbenen eine Probe eines Geriches, zum Beispiel Fleisch zu bringen. Diese wird Teil des Altares und der Opfergabe. Man geht dabei von Haus zu Haus. An diesem Tag werden auch die „angelitos – Engelchen“ verehrt, jene Familienangehörigen, die als Kinder starben. Am zweiten November werden die verstorbenen Erwachsenen angebetet.

    Dies Altäre werden meist auf einem Tisch aufgebaut der mit einem weissen Tuch bedeckt ist oder / und mit Scherenschnitten aus Seidenpapier. An den vorderen Tischbeinen wird oft ein Bogen aus Zuckerrohr gespannt, durch den man die Verstorbenen willkommen heißt. Auf einem Totenaltar dürfen auf keinen Fall die „Totenblumen“ – die stark riechenden „cempasuchil“ – gelbe, orange oder pinke Blumen, die typisch sind für die Totentage, und auch andere Blumen, fehlen. Eine weiter Opfergabe die ebenfalls ein Muss ist sind die Öllampen sowie die weißen und gelben Kerzen, die auf den Altar gestellt werden, damit sich die Seelen erleuchten. Je nach Familie werden auch Bilder der Verstorbenen und religiöse Bilder am Altar angebracht.

    Seit prähispanischen Zeiten werden am Totenaltar die Opfergaben Copal (Harz zum Räuchern) und anderes Räucherwerk angebracht, Substanzen die wenn sie verbrannt werden aromatische Gerüche verbreiten. Die Räucherungen gelten als Haupttribute für die Gottheiten.

    Wenn einmall alles auf dem Altar seinen Platz gefunden hat, darf nichts mehr angerührt werden. Die Eingeladenen sind die Toten, und sie sind es auch die den Festschmaus beginnen. Und bei ihrer Rückkehr in die Unterwelt, wenn sie schon satt sind, nehmen sie sich nur den Geschmack und die Essenz der Gerichte mit. Erst danach können auch die Hinterbliebenen alle Opfergaben kosten.

    Die Totentage verkörpern in Oaxaca eine Mischung aus Tradition, Kult, Fest, Magie und Geschichte. Es ist ein außergewöhnliches Fest das vor allem auf Friedhöfen gefeierte wird. Aber auch in den Staßen finden Umzüge mit lauter Kapellenmusik und Tanz statt sowie laute Feuerwerke, um die Stille der Toten zu unterbrechen. Die Totentage sind in Oaxaca ein Spektakel zu dem nationale und internationale Touristen anreisen. Besonders bewundert werden können auch die „Tapetes de arena“, eine plastische Bildkunst aus Sand, die die Strassen und Plätzen von Oaxaca in den ersten Novembertagen schmückt.DSC_3128

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


*